Wie kurzfristige Ernährungsumstellungen das Gehirn und das Gewicht beeinflussen

Nach einem anstrengenden Tag oder wenn Sie unter Zeitdruck stehen, kann der Drang, sich etwas Schnelles und Leckeres wie Chips oder einen Schokoriegel zu schnappen, sehr groß sein. Solche kalorienreichen Lebensmittel mit hochverarbeiteten Zutaten werden seit langem mit der Entstehung von Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Allerdings weiß man erst seit Kurzem, welche Auswirkungen kurzfristige Ernährungsumstellungen auf den Körper haben können.

Inhalt

  • Wie das Gehirn auf Insulin reagiert
  • Schnelle Ernährungsumstellung – langanhaltende Wirkung
  • Ist es möglich, die Insulinempfindlichkeit des Gehirns wiederherzustellen?

Wie die IZ unter Berufung auf The Conversation berichtet, hat eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Tübingen bewiesen, dass selbst der kurzfristige Verzehr ungesunder Lebensmittel die Insulinsensitivität im Gehirn gesunder Menschen deutlich verringert. Darüber hinaus bleibt dieser Effekt auch nach der Rückkehr zu einer normalen Ernährung bestehen. Dies deutet darauf hin, dass das Gehirn bei der Entstehung von Fettleibigkeit eine Schlüsselrolle spielt.

Wie das Gehirn auf Insulin reagiert

Die Körperfettverteilung und die Gewichtszunahme hängen von der Reaktion des Gehirns auf Insulin ab. Bei einem gesunden Menschen hilft dieses Hormon, den Appetit zu kontrollieren. Bei übergewichtigen oder fettleibigen Menschen verliert Insulin jedoch seine Fähigkeit, das Essverhalten zu regulieren, was zur Entwicklung einer Insulinresistenz führt.

Insulin reguliert nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern signalisiert dem Gehirn auch, dass Sie satt sind, wodurch die Nahrungsaufnahme reduziert wird. Die Reaktion auf dieses Hormon kann jedoch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Bei manchen Menschen reagiert das Gehirn nur schwach oder überhaupt nicht auf Insulin. Dieses Phänomen ist als „Insulinresistenz des Gehirns“ bekannt.

Menschen mit dieser Eigenschaft neigen eher zu stärkerem Heißhunger und lagern mehr Fett im Bauchbereich ein. Je mehr Fettzellen Sie haben, desto weniger effektiv wirkt Insulin. Das Fettgewebe sondert Substanzen ab, die die weitere Entwicklung einer Resistenz gegen dieses Hormon fördern.

Schnelle Ernährungsumstellung – langanhaltende Wirkung

Die Forscher stellten fest, dass die Insulinempfindlichkeit im Gehirn der Teilnehmer bereits nach fünf Tagen, in denen sie zusätzlich 1.500 Kalorien zu sich nahmen, hauptsächlich in Form von Schokoriegeln und Chips, deutlich abnahm. Ähnliche Störungen wurden bisher nur bei übergewichtigen Menschen beobachtet.

Noch interessanter ist, dass die Insulinempfindlichkeit auch nach der Rückkehr zur normalen Ernährung niedrig blieb. Obwohl in diesem Zeitraum keine nennenswerte Gewichtszunahme verzeichnet wurde, nahm der Leberfettgehalt deutlich zu.

Ist es möglich, die Insulinempfindlichkeit des Gehirns wiederherzustellen?

Während Ernährungsumstellungen die Reaktion Ihres Gehirns schnell beeinflussen können, gibt es Möglichkeiten, die Insulinempfindlichkeit wiederherzustellen. Es wurde bereits gezeigt, dass regelmäßige körperliche Aktivität dazu beiträgt, die normale Reaktion des Gehirns auf Insulin bei übergewichtigen und fettleibigen Menschen wiederherzustellen. Es ist wahrscheinlich, dass ein ähnlicher Effekt bei Menschen mit normalem Körpergewicht beobachtet wird.

Die Zahl der fettleibigen Menschen hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten weltweit verdoppelt, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass dieser Trend nachlässt. Allerdings muss auch die Rolle des Gehirns berücksichtigt werden, denn die Mechanismen, die zu Übergewicht führen, sind viel komplexer als nur eine unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel.

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