Ist es wirklich wichtig, seinen Job zu lieben? Neue Forschung

Untersuchungen zeigen, dass die Ausübung eines Jobs, den Sie nicht lieben, schwerwiegende Auswirkungen auf Ihre Gesundheit haben kann. Quelle: freepik.com

Der Durchschnittsmensch verbringt im Laufe seines Lebens über 90.000 Stunden bei der Arbeit. Daher ist es verständlich, dass nicht jede dieser Stunden angenehm ist. Ist es normal, der eigenen Arbeit gegenüber gleichgültig zu sein, und ist es wichtig, seine Arbeit zu lieben?

Inhalt Ist es wichtig, seinen Job zu lieben: Was sagt die Wissenschaft? Sollten Sie den Job wechseln, wenn er Ihnen keinen Spaß macht? So steigern Sie die Freude an der Arbeit

Wie das alte Sprichwort sagt: Wenn Sie lieben, was Sie tun, werden Sie nie in Ihrem Leben arbeiten. Doch leider ist die Realität viel komplizierter. WomanEL erklärt, warum es wichtig ist, Spaß an der Arbeit zu haben und wie man das macht.

Ist es so wichtig, seinen Job zu lieben: Was die Wissenschaft sagt

Umfangreiche Studien zeigen, dass die Zufriedenheit am Arbeitsplatz eine sehr wichtige Rolle für unser allgemeines Wohlbefinden spielt. Und die Schlussfolgerung liegt auf der Hand. Unzufriedenheit mit der Arbeit in den Zwanzigern und Dreißigern wirkt sich negativ auf Ihre Gesundheit aus, bis Sie 40 sind. Eine Studie der Ohio State University aus dem Jahr 2016 untersuchte die Arbeitszufriedenheit einer Gruppe von 14- bis 22-Jährigen aus verschiedenen Branchen bis zum Alter von 40 Jahren. Menschen mit durchweg geringer Arbeitszufriedenheit berichteten von deutlich mehr Depressionen, Schlafproblemen und übermäßiger Sorge. Auch bei der Messung der psychischen Gesundheit erzielten sie schlechtere Werte.

Spätere Untersuchungen zeigen, dass Hass auf den Job zu erhöhtem Stress und Angstzuständen sowie körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen und einem geschwächten Immunsystem führen kann. Natürlich birgt es auch Risiken für die psychische Gesundheit, wenn man montags und freitags zwischen 9 und 17 Uhr lieber irgendwo anders als am Schreibtisch sitzen möchte.

Es ist normal, sich bei der Arbeit frustriert, ängstlich oder überfordert zu fühlen, sagt Matthew Cook, Mitbegründer von TheSHIFT. Aber es ist wichtig, darauf zu achten, was diese Gefühle hervorruft. „Ein wenig Stress vor einer wichtigen Präsentation oder einer knappen Deadline ist normal und kann motivierend sein. Wenn der Stress jedoch dauerhaft anhält und Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt, kann das ein Zeichen dafür sein, dass Ihr Job Ihnen zu viel Angst bereitet“, erklärt er.

Abschluss? Sie müssen Ihren Job nicht lieben, aber es ist sehr wünschenswert, dass er Ihnen Spaß macht. Dies wirkt sich auf Ihre geistige und körperliche Gesundheit aus.

Sollten Sie Ihren Job wechseln, wenn er Ihnen keinen Spaß macht?

Fühlen Sie sich bei der Arbeit fehl am Platz oder beschweren Sie sich ständig über Ihren schlechten Chef? Ist die Einreichung eines Kündigungsschreibens die einzige Möglichkeit, das Problem zu lösen? Nicht wirklich.

Es versteht sich von selbst, dass der Arbeitsmarkt derzeit sehr hart umkämpft ist, sodass ein Jobwechsel – selbst wenn Ihnen Ihr aktueller Job nicht gefällt – nicht immer die richtige Option ist. Es lohnt sich auf jeden Fall, darüber nachzudenken, welche Art von Karriere Sie glücklich machen wird. Doch Karriereberaterin Tessa Grint glaubt, dass kleine Veränderungen an Ihrem aktuellen Job große Auswirkungen auf Ihre Zufriedenheit und Ihr Gefühl der Erfüllung haben können.

„Arbeit, die wir nicht mögen, raubt uns Energie und Kraft, und ehe wir uns versehen, wird sie zur Normalität. Wir finden uns mit der Monotonie unserer Wochen ab, mit der Tatsache, dass wir unsere Arbeit nicht lieben, und sind zufrieden, für die Wochenenden zu leben und die Rechnungen zu bezahlen. Das Entscheidende ist, dass wir bei all dem und allem anderen, was das Leben uns aufbürdet – Elternschaft, Pflege eines Familienmitglieds, Renovierungsarbeiten, endlose To-do-Listen – keine Energie haben, etwas zu ändern“, sagt sie.

So steigern Sie die Freude an der Arbeit

Besprechen Sie, was Sie an Ihrer Arbeit ändern können, damit sie Ihnen mehr Spaß macht. Quelle: freepik.com

Egal, ob Sie jeden Aspekt Ihrer Arbeit oder Teile davon hassen oder sich einfach nicht wertgeschätzt fühlen, hier sind drei Schritte, die Sie unternehmen können:

  • Schreiben Sie eine Beschreibung Ihres Traumjobs. Wie sähe ein Job aus, der Ihnen Spaß macht? Was machst du gerne und was würdest du gerne öfter machen? Was gefällt Ihnen an Ihrer aktuellen Position am besten? Was hassen Sie und möchten Sie weniger tun?
  • Nachdem Sie nun klar identifiziert haben, was Ihnen an der Arbeit Spaß macht, überlegen Sie, wie Sie diese Aspekte besser in Ihre aktuelle Position integrieren können. Wenn Ihr aktueller Beitrag keinen Spielraum zum Verschieben bietet, können Sie dies als Checkliste für zukünftige Arbeiten verwenden.
  • Machen Sie einen Plan, um das loszuwerden, was Sie nicht brauchen. Überlegen Sie, bevor Sie zu Ihrem Chef gehen, wie Sie Freiraum schaffen können, um mehr von den Dingen zu tun, von denen Sie gerade festgestellt haben, dass Sie sie mehr tun möchten. Was kann delegiert, automatisiert oder ausgelagert werden?
  • Haben Sie ein Problem erkannt (Sie mögen nicht, was Sie tun), sich die Zeit genommen, über mögliche Lösungen nachzudenken (Ihre Arbeit neu zu gestalten) und sich kreative Wege ausgedacht, um das Problem zu lösen (delegieren, automatisieren oder auslagern)? Legen Sie den Vorschlag Ihrem Vorgesetzten vor. Ein völliger Jobwechsel ist nicht immer möglich, aber ein guter Vorgesetzter sollte bereit sein, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass Sie bei der Arbeit Ihr Bestes geben und sich wohlfühlen.

Wenn Sie immer noch davon überzeugt sind, dass es Zeit für einen Berufswechsel ist, überprüfen Sie sich selbst. Stellen Sie sich diese Fragen.

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